Profilfach Französisch: Malerin Niki de Saint Phalle ist Patronin des roten Lernhauses

* 29. Oktober 1930 in Neuilly-sur-Seine; † 21. Mai 2002 in San Diego

Niki de Saint Phalle lebte von 1930 bis 2002. Wer war sie?

Ursprünglich hieß sie Catherine Marie-Agnès Fal de Saint Phalle. Aber schon als Kind wurde sie Niki genannt. Niki wurde in Neuilly-sur-Seine geboren, das ist ein Vorort von Paris.

Ihr Vater stammte aus einem alten französischen Adelsgeschlecht und leitete ein Bankhaus. Ihre Mutter war eine amerikanische Schauspielerin.

Niki de Saint Phalle wurde 71 Jahre alt. Als Kind zog sie mit ihren Eltern und ihren Geschwistern nach New York, wo sie mehrmals die Schule wechseln musste, weil sie sich nicht an die Regeln anpassen wollte.

Mit 18 begann Niki als Fotomodel zu arbeiten. Ein Jahr später heiratete sie einen amerikanischen Musikstudenten, mit dem sie zwei Kinder bekam. Sie zog mit ihrer Familie zurück nach Paris und besuchte eine Schauspielschule. Nach 11 Jahren Ehe ließ sie sich scheiden.

Im Alter von 27 Jahren bekam Niki de Saint Phalle einen Nervenzusammenbruch und ließ sich in einer psychiatrischen Klinik behandeln. Dort entdeckte sie, dass ihr das Malen gut tut. Seitdem arbeitete sie als Künstlerin, ohne jemals eine Ausbildung in der Malerei gemacht zu haben.

Nach ihrer Scheidung lebte und arbeitete Niki de Saint Phalle viele Jahre mit dem Schweizer Bildhauer Jean Tinguely (Video) zusammen. Die beiden heirateten 1971 und verwirklichten allein und gemeinsam Kunstprojekte in mehreren Ländern.

Aus gesundheitlichen Gründen zog die Künstlerin im Alter von 64 Jahren in das milde Küstenklima von San Diego / USA. Dort starb sie 2002.

Warum wurde Niki de Saint Phalle berühmt?

International wurde die Künstlerin vor allem wegen ihrer Nanas bekannt – das sind dralle und bunt bemalte Frauenfiguren, die Niki de Saint Phalle seit 1964 in großen Formaten baute und an öffentlichen Plätzen aufstellte.

Großes Aufsehen erregte 1966 eine Ausstellung in Stockholm / Schweden: Den Eingang konnten die Besucher nämlich nur durch die Scheide einer Nana betreten, die mit ausgebreiteten Beinen in einem Raum lag und 29 Meter lang war.

Ab 1979 baute Niki de Saint Phalle zusammen mit ihrem Mann Jean Tingeluey und vielen anderen Künstlern einen großen Skulpturengarten nördlich von Rom, sie nannte ihn Tarot-Garten. Monatelang wohnte sie in einer riesigen Nana-Figur, die wie eine Sphinx aussah.

Je mehr sich die Kunstwelt mit Niki de Saint Phalle beschäftigte, desto bekannter wurden auch ihre Schießbilder, die bereits um 1955 entstanden waren. Mit diesen Schießereien auf Farbbeutel versuchte die Künstlerin, ihre Wut auf ihren Vater zu verarbeiten, der sie als Mädchen missbraucht hatte.

In Deutschland wurde Niki de Saint Phalle berühmt, als sie im Jahr 2000 Ehrenbürgerin von Hannover wurde und aus Dankbarkeit 300 ihrer Kunstwerke dem dortigen Sprengel-Museum spendete.

Warum ist Niki de Saint Phalle ein Vorbild für unsere Schülerinnen?

Niki de Saint Phalle arbeitete zeitlebens unermüdlich daran, sich künstlerisch auszudrücken. Ihr Lebenslauf war geprägt durch eine enorme Energie und Kraft.

Ihre Missbrauchserfahrungen in der frühen Kindheit brachten sie dazu, sich kritisch und künstlerisch mit der Rolle von Männern auseinander zu setzen. Im Alter von 24 Jahren begann sie, eine fröhliche Gegenwelt aufzubauen und mit den Nanas etwas übernatürlich Weibliches zu schaffen.

Für die Nanas ergänzte sie die Malerei mit der Architektur, indem sie riesige Figuren in den öffentlichen Raum stellte, damit sie für alle sichtbar wurden. Um ihre aufwändigen Kunstprojekte zu finanzieren, gestaltete sie auch kleine Nanas zum Verkauf an Privatleute und ein Parfum mit mehreren Duftnoten.

Die Künstlerin Niki de Saint Phalle ist ein Vorbild für Mut, Schaffenskraft und Durchhaltevermögen. Am Beispiel dieser außergewöhnlichen Künstlerin können wir erkennen, dass es sich lohnt, eine eigene Persönlichkeit herauszubilden und dann den (künstlerischen) Weg konsequent weiter zu gehen.

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Foto: Richard Walleit